Unser Reisetagebuch

Quer durch Bali

Unser nächstes Ziel soll Ubud sein, das Zentrum der Künstler und Handarbeiter. Luftlinie sind das nur so etwa 30 km, aber die Strasse windet sich immer wieder und der Verkehr ist sehr stark, so dass wir nur mühsehlig voran kommen. Auch die Hitze ist ein rechter Bremsschuh.

Wir durchfahren immer hügeligere Gegenden und es geht auch allmählich aufwärts. Reisfelder wechseln mit Palmenwäldern ab, wir fahren an Tempeln, die von Wasser umgeben sind vorbei und kommen aus dem Staunen immer noch nicht heraus.
In Ubud steigen wir in unmittelbarer Nähe des Monkey-Forest ab, ein Wald mit Tempeln und anderen Heiligtümern und unzähligen Affen, die auch als heilig gelten. Uns faszinieren jedoch die Baumriesen und das Blättergeschlinge viel mehr, als die Affen mit zuvor gekauften Bananen zu füttern. Leider ist das Ganze sehr touristisch und schon ziemlich kaputt.

Am nächsten Morgen ziehen wir früh los in Richtung Gungung Batur, dem sehr schön gelegenen Vulkan mit seinem Kratersee. Die Strasse schlängelt sich kontinuierlich immer weiter hoch. Sie ist gesäumt von Hunderten von Werkstätten, in denen Schnitzereien, Bildhauerarbeiten und Flechtkunst betrieben werden. Oft gehen die Arbeitskräfte noch nichtmal zur Schule, oder vielleicht gerade deswegen nicht. Ein emsiges Treiben begleitet uns.
Die Erde nahe des Vulkans wird immer fruchtbarer, viele Gemüse- und Fruchtplantagen gehen in Nadelwald über. Es wird merklich kühler, angenehme 26° machen den Aufstieg leichter.
Es ist aber trotzdem der anstrengenste Tag bis jetzt. Wir fahren über 30 km nur hoch, bis auf 1460 Meter bei einer Steigung von bis zu 16%. Hier spüren wir das Gepäck zum ersten Mal "so richtig".
Auf eine Besteigung des Baturs verzichten wir, da wir die Zeit lieber nutzen möchten, um an der Nordküste ein wenig zu chillen. Nicole bekommt in der Nacht jedoch "die Erleuchtung". Ein nettes kleines Würmchen hat sich da unter ihr Laken geschlichen und windet sich in Neongelb dahin. Eigentlich wach geworden durch eine Spinne, war der Wurm dann durch den Schreck schon breitgedrückt. Der fluoriszierende Schleim verteilte sich auf Nicoles Arm und Fingern. Selbst nach einer ausgiebigen Peelingdusche leuchtete Nicoles Hand ihr immer noch den Weg.
In Bergdörfern mit Stromausfall vielleicht gar nicht mal so schlecht, jedoch so im Moment einfach nur ekelhaft!!!
Doch auch dieses "Feuerlaufen" haben wir überlebt und fahren am nächsten Morgen auf dem alten Kraterrand entlang duch ein paar Dörfer zum höchsten Ort Kintamani. Von dort machten wir dann die unendlich lange (35km) und genüssliche Sause auf der Nordseite runter bis ans Meer.

Jörg kennt Lovina- Beach noch in alter Blüte, welche aber auch schon 10 Jahre her ist. Die Unterkünfte sind halbherzig hergerichtet und das Meer erstickt im Müll. Dafür stürzt sich jeder auf uns und will uns wirklich alles verkaufen, was das Herz (nicht) begehrt. Mühhhhhsam!! Aber wir lächeln so schön wie sie selbst zurück... und werden sie auch immer wieder los ;-).
Einigermassen erholt überqueren wir die Insel ein zweites Mal. Dieses Mal von Nord nach Süd. Die Karte (grob und sehr veraltet) zeigt uns eine mildere Tour an, als es sich in der Realität dann herausstellt. Wir begegnen wunderschöner und abwechslungsreicher Landschaft, aber am Abend haben wir doch wieder über 70 km und 1200 Hm in den Beinen. Es ging irgendwann nur noch runter, um wieder hochzugehen und wir konnten am Abend echt keinen Hügel mehr sehen. Dafür sind die Leute wieder von ursprünglicher Herzlichkeit und oft macht uns ein hoch gestreckter Daumen Mut. Es werden uns unzählige "Hallo's" entgegengerufen, die wir gar nicht alle erwidern können.